Weißgold – Das hellste Gold

Weißgold – Das hellste Gold - Weißgoldanhänger

Reines Gold präsentiert sich immer in einem glänzenden Gelb. Doch oftmals werden andere Metalle dem Gold beilegiert, um die Eigenschaften des Goldes gezielt zu verändern. Je nach Mischverhältnis und Misch-Metall weisen die Goldlegierungen unterschiedliche Farben und Farbtönungen auf. Nachdem wir uns schon mit Rotgold beschäftigt haben (⇒ Rotgold – Gold und Kupfer vereint), werfen wir diesmal einen Blick auf das Weißgold.

Weißgold ist eine sehr beliebte und weitverbreitete Goldfarbkombination. Im Gegensatz zum Rotgold, das sich immer aus Kupfer und Gold zusammensetzt, gibt es für die Herstellung von Weißgold unzählig verschiedene Rezepte.

Was ist eigentlich Weißgold?

Der Begriff Weißgold ist kein klar definierter oder geschützter Begriff und sagt noch nichts über die Zusammensetzung der Legierung oder über den Goldgehalt aus. Grundsätzlich gelten als Weißgold alle Goldlegierungen, die durch Legierung mit deutlich entfärbenden Zusatzmetallen entstehen.

Legierungszusätze, die für eine Entfärbung des Goldes sorgen, sind beispielsweise Palladium, Mangan und Nickel. Um eine schöne und gleichmäßig chromfarbige Oberfläche zu bekommen und das Weißgold vor Abrieb zu schützen, wird der Weißgoldlegierung oftmals noch Rhodium hinzugefügt. In Abhängigkeit des beigemischten Metalls und dessen Anteils ergibt sich hell­weißes (silbernes) bis grauweißes Gold. Das dunklere Weißgold wird deswegen auch gerne als Graugold bezeichnet.

Warum wird Gold überhaupt entfärbt?

Der Hauptgrund für die Herstellung von weißem Gold ist die dekorative Wirkung, die vor allem in der Schmuckherstellung ausgenutzt wird. Besonders bei Schmuckstücken wie Manschettenknöpfen, Krawattennadeln oder Trauringen wird Weißgold mit seiner edlen Färbung oft als Alternative für Silber oder Platin genutzt. Richtiges, d.h. echtes Weißgold ist dabei nicht nur oberflächlich weiß bzw. entsprechend hell, sondern auch im Inneren.

Weißgold: Manschettenknöpfe, Krawattennadel

Fälschlicherweise werden häufig Schmuckstücke als Weißgold verkauft, welche in Wirklichkeit nur durch eine Oberflächenbehandlung hell gefärbt wurden. Die weiße Farbe, die durch eine Rhodinierung hergestellt wurde, trägt sich allerdings mit der Zeit ab, wodurch das darunter befindliche Material zum Vorschein kommt. Allerdings gibt es diesbezüglich keine gesetzlichen Vorschriften, weshalb auch Gold, das lediglich einen chemisch aufgehellten Überzug besitzt, als Weißgold verkauft werden darf.

Ob es sich um echtes Weißgold handelt und wie hoch der Anteil anderer Metalle ist, ist äußerlich nicht zu erkennen. Erst eine Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA) verschafft Ihnen Klarheit über den tatsächlichen Goldanteil und damit über den wahren Wert Ihrer Schmuckstücke.

Welche Vorteile bietet Weißgold?

Die Ursprünge des Weißgoldes reichen über 100 Jahre weit zurück. Damals war man auf der Suche nach einer günstigen Alternative zum edlen Platin, das wegen seiner Seltenheit sehr teuer war. Das Ergebnis der Forschungen war Weißgold, eine Goldlegierung, bei der das Goldgelb durch Beimischung bestimmter Metalle in eine metallisch-weiß glänzende Farbe umgewandelt wurde. Die ersten unter der Bezeichnung Weißgold entwickelten Legierungen wurden 1912 in der Stadt Pforzheim hergestellt.

Das Weißgold ähnelt optisch dem Platin, allerdings hat das Weißgold den entscheidenden Vorteil, dass es günstiger ist und sich wegen seiner Weichheit wesentlich besser verarbeiten lässt. Im Bezug auf Silber zeichnet sich Weißgold dadurch aus, dass es nicht oxidiert, sodass die glänzende grauweiße Farbe lange erhalten bleibt. Seit seiner Entdeckung hat die Popularität von Weißgold ständig zugenommen. Heute zählt es mit zu den gefragtesten Legierungen.


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